Ich möchte die Präsenz einer Person und ihr spezifisches inneres Selbst beschreiben und erfassen. Ähnlich einem akribischen Schriftsteller und seiner detailierten Analyse eines Individuums, schildere ich nicht nur die physischen Eigenschaften, sondern vor allem die dem Sujet innewohnende Präsenz des Lebens. Es ist vielleicht nicht allzu offensichtlich, weil meine Arbeiten vordergründig sehr detailliert erscheinen, aber ich verstehe mein Ansatz sowohl repräsentatorisch als auch lyrisch. Zur Beschreibung benutze ich Linien und Punkten wie Wörter und texturierte Bereichen in den Zeichnungen wie Absätze in einem Text. Alles Teile eines Ganzen, zusammen erzählen sie eine Geschichte über einen Menschen.
Ich bevorzuge die Zeichnung vor der Malerei für meine Arbeiten, da diese es mir ermöglicht, Schichten über Schichten von Linien und Punkten zu zeichnen, die miteinander reagieren und eine lebhafte Textur mit Richtungen und Bewegungen ergeben. Dieser Ansatz ermöglicht es - entgegen der Standard-visuellen Betrachtung eines Fotos - die fertige Arbeit mehr durch die "Sinne" zu betrachten. Für mich erinnert die Praxis des Zeichnens an das Kratzen auf der Oberfläche um etwas freizulegen und zu schauen, was sich darunter verbirgt, wohingegen die Malerei durch das Auftragen von Farbe eher einem Abdecken und Verstecken von Details und Formen nahe kommt.
Ich benutze Fotos als Vorlage für meine Zeichnungen, aber ich strebe nicht nach einer perfekten Reproduktion. Ich verwende ein Foto sehr locker, nachdem die Proportionen festgelegt sind. Ich arbeite normalerweise als ob ich Zeichnungen von einem Live-Modell anfertige. Ich arbeite mit Bewegungs und Ausdruck; schnell an größere, unwichtige Bereiche und langsamer, konzentrierter an Teile, die mehr Aufmerksamkeit erfordern. Ich mag es zu improvisieren. Mein Hauptanliegen ist es, das Wesen und die Substanz von Menschen zu erfassen, um möglichst nah an einer spürbaren Präsenz des Sujets zu gelangen.